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Meine eigene, alte Küche zieht mit mir um!


1989: Umzug in eine neue Wohnung stand bevor. Eine Einbauküche musste geplant werden. Glücklicherweise konnte ich an meinem Arbeitsplatz im Möbelhaus alle Schränke in ihren Funktionen ausprobieren und die verschiedenen Elektrogeräte testen. Wo immer möglich, nahm ich Schulungen der Hersteller von Elektrogeräten und Möbel wahr. Die Entscheidung für meine eigene Küche wurde dadurch nicht leichter…

Für einen Haushalt mit 4 Personen benötigten wir einen Tisch in der Küche. Die niedrige Fensterbrüstungshöhe erlaubte keine gängigen Unterschrankhöhen und so wanderte die Eßgruppe mit Bank ans sonnige Fenster. Wir kochen häufig zu zweit – da muss gewährleistet sein, dass wir uns beim Werkeln nicht gegenseitig behindern. So entstand ein extra Vorbereitungszentrum mit Spüle auf der gegenüberliegenden Seite des Kochzentrums:


Alter Küchengrundriss 354 x 255 cm :




2012 zogen wir in eine neue barrierefreie Wohnung mit anderen Küchenmaßen, 407 x 247 cm und einer Fensterbrüstungshöhe von 108 cm :


Meine hochwertige Küche hatte zwar schon 22 Jahre auf dem Buckel – aber sie funktionierte einwandfrei und sah immer noch gut aus. Alle Scharniere und Auszüge waren intakt. Warum sollte das gute Stück, zwar nicht mehr in Front und Arbeitsplatte der letzte Schrei, nicht mit umziehen dürfen?

Der neue Küchenraum war völlig anders geschnitten und größer. Nun begann meine Puzzlearbeit, denn es sollten alle vorhandenen Möbel verwendet werden! Farblich gekennzeichnete Schränke (rot und grün vorhanden, blau Ergänzungsteile) helfen, mit der Küchen umzuziehen.

Vorher überlegte ich mir, wo was warum in die Schränke hineinkommen sollte.


Hier die Fotos einer Küche, in der gearbeitet wird!



Mein Traum war ein rückenfreundliches, niedrigeres, 80 cm tiefes Kochzentrum. Ich fand ein Kochfeld, welches nebeneinander, nicht in 2 Reihen hintereinander angeordnete, unterschiedlich große Kochzonen bietet. So passen auch meine großen Pfannen und Töpfe auf die Kochfelder.:


Endlich habe ich eine große Schublade darunter für Kochlöffel, Kellen etc. Meine Gewürze lagern trocken, dunkel und übersichtlich in Auszügen. (Tipp von mir: Gute Gewürze und Kräuter sollten nicht in der Nähe des Dunstabzuges lagern, um das Aroma länger zu bewahren.)

Ein schmaler abgeschrägter Unterschrank bekam einen nachträglichen Flaschenauszug für Flüssiges: Öl und Essig, Kochwein, Sojasauce usw.


Alle meine Tabletts oder Einkaufstaschen fanden in der Lücke neben dem Hochschrank Platz. Anstatt einer üblichen Blende habe ich Regalbretter montiert: Platz geschaffen! Bild 1

Daneben plante ich einen neuen Maschinenhochschrank. Dort sind alle Kleingeräte (Stabmixer, Elektrisches Sägemesser, Küchenwaage, Waffeleisen, Toaster usw.) angeschlossen, d.h. sie sind am Herd sofort einsatzbereit und schnell wieder verstaut. Bild 2:

Um mit das lästige Saubermachen oben auf den Hängeschränken zu ersparen, montierte ich eine Blende bis zur Decke. (Eine Styroporplatte wurde tapeziert und gestrichen). Preiswert und sehr praktikabel.


Der alte Dunstabzugs-Schrank mit Flachschirmhaube wich einer leistungsstarken Kopffreihaube mit innovativer Technik: diese schleudert Fett und Dunst in eine Wanne, die sich ruckzuck mit einem Wisch-und-Weg-Papier reinigen lässt. Eine sehr empfehlenswerte, Zeit und Mühe sparende Erfindung!

Das Spülzentrum rückte ans helle Fenster mit meiner geliebten Eckspüle und Freiraum für den Kopf. Die alte Spüle aus Keramik haben die Umzugsleute beschädigt. Ihr weine ich heute noch nach, sie war so praktisch in der Pflege! Unter der Spüle ist ganz viel Platz für Putzzeug.

Ein neuer diagonaler Eckschrank wurde als Topfschrank mit Karussell eingerichtet. So sind alle Pfannen und Töpfe unsichtbar, aber leicht erreichbar und übersichtlich verstaut. Niemand steht „in der Ecke“ und auf dem Schrank ist obendrein genug Platz für Mikrowelle, Kaffeemaschine und Obstkorb, Brotkasten oder anderes „Gedöns“. Im diagonalen Eckhängeschrank (90x90cm) verschwinden Plastikbehälter, Schüsseln, Schalen und Tupper.


Das Mülltrennungsgesetz erfordert Platz für all die Arten von Müll. So erfüllte ich mir den Wunsch nach einem Müllsystem, in das direkt unter der Arbeitsplatte nach dem Parieren von Fleisch und Schnippeln von Gemüse die Abfälle verschwinden können. Da kleckert nichts mehr und Müllbehälter für Restmüll, Bioabfälle und Plastik haben einen guten Platz. Der ehemalige schmale Müllschrank wurde zum Alt-Glas-Flaschensammler.




Mein Allesschneider ist täglich seit 30 Jahren im Einsatz und ist verstaut in einer Schublade.

Die alte Sitzgruppe musste aus Platzgründen weichen. Für die Arbeiten im Sitzen habe ich in eine 60 cm breite Schublade den ausziehbaren Tisch eingebaut. Ich benutze diese uralte praktische Erfindung (von ca. 1925!) zum Bügeln oder als Nähmaschinentisch.

Enkelkinder malen dort oder stechen Plätzchen aus. Der Platz von 60 x85 cm reicht für Zwei zum schnellen Frühstücken. Und bei Bedarf (Corona!) dient er als Schreibtisch für den Laptop.










Nach 22 Jahren gönnte ich mir Ersatz für meinen herkömmlichen Backofen mit üblicher Klappe, die mir immer im Weg war. Der neue Backofen mit seitlicher Tür und Backstein ist hoch eingebaut -117 cm Unterkante vom Fußboden! Jetzt habe ich die Armaturen, Anzeigen und Garprozesse im Blick, ohne mich bücken zu müssen!! Das ist für Jung und Alt Ergonomie pur!

Einen Geschirrspüler mit internem Besteckeinschub baute ich, wie schon 1990, ergonomisch und rückenfreundlich, d.h. ebenfalls hoch ein, 108 cm Oberkante vom Fußboden – ich kann mir nichts Komfortableres mehr vorstellen. Er ist positioniert zwischen der Besteckschublade und dem Geschirrschrank: So kann ich meinen „Max“ ohne Umwege ausräumen und muß nicht durch den Raum laufen.




Alle vorhandenen Hängeschränke bekamen zusätzliche Einlegeböden – so gab’s mehr Platz und Übersicht. Der Abluftkanal der Dunstabzugshaube versteckte sich hinter der Deckenblende aus tapeziertem Styropor.


Ich bin froh, hinter meinem Koch-Chaos eine Glasschiebetür schließen zu können, wenn wir Gäste haben. Diese Tür sieht nicht nur chic aus, sondern sie bringt auch Licht in den angrenzenden Flur! (Siehe auch: Offene Küchen und Familienkrach)


Die neuen Ergänzungsteile vom Originalhersteller zu meiner vorhandenen, hochwertigen Markenküche hätten mein Budget gesprengt. Frei Haus, sehr preisgünstig und montiert kamen die neuen, passenden Möbelteile - durchs Internet - von einem anderen Möbelhersteller. Die passend zugeschnittenen Arbeitsplatten lieferte ein gut sortierter Baumarkt und ein pfiffiger Bastler hat alle alten und neuen Möbelteile zusammengebaut und passgenau eingefügt. Ich bin rundum mit meiner bewährten alten, aber preisgünstig modernisierten und ergonomischen Bewegungsabläufen angepassten Küche zufrieden.


Eure Monika Martin


P.S.: Es ist Euch vielleicht aufgefallen, dass ich keine Markennamen genannt habe. Ich möchte nämlich keine Werbung für irgendwelche Möbelhersteller machen. Bei Interesse solltet Ihr Euch auf dieser Website anmelden, um mir eine E-Mail mit Euren Fragen schicken zu können. Dann kann ich Euch an meinen Erfahrungen teilhaben lassen und Euch evtl. den einen oder anderen Tipp geben.

Für Neubau, Umbau oder Renovierung habe ich Checklisten für die Einrichtungsplanung von Küche und Bad, auch barrierefrei, in Arbeit. Dazu demnächst mehr.

P.P.S.: Ihr könnt sehen, wie meine Küche im Alltag aussieht. Im täglichen Gebrauch sieht es anders aus, als in den Studio-Ausstellungsküchen. So erkenne ich auch für meine Kundinnen, was praktisch und alltagstauglich ist. Ich brenne noch immer für praktische Küchen ohne Schnickschnack und Modetrends.





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